Rüsseltiere
Die Natur hat im Laufe der Zeit viel ausprobiert
<p>Wandert man heute durch die Allgäuer Landschaft, sind die Kühe auf den Wiesen wohl die größten Tiere, denen man dabei begegnet. Doch das war einmal ganz anders! </p><p>Denn bei den Ausgrabungen in der Tongrube Hammerschmiede wurden Überreste von zwei Arten gefunden, die als Elefantenartige identifiziert werden konnten. Es gab also Rüsseltiere im Allgäu! </p>
<p>Während wir heute nur noch drei Elefantenarten aus Afrika und Asien kennen, war die Artenvielfalt der Rüsseltiere in der Erdvergangenheit also deutlich größer: Alleine in der Hammerschmiede konnten die Forschenden das Deinotherium (Hauerelefant) und den Tetralophodon (Zitzenzahnelefant) nachweisen. </p>
<p><strong>Vergleicht man diese riesigen Tiere mit den heute noch</strong> <strong>lebenden Elefanten, zeigen sich spannende Unterschiede:</strong> </p>
Afrikanischer Elefant
<ol><li><p>Lebt heute in Savannen und tropischen Wäldern</p></li><li><p>Zwei lange, nach vorne gebogene Stoßzähne im Oberkiefer </p></li><li><p>Vielseitiger Rüssel zum Trinken, Greifen und Kommunizieren</p></li></ol><p></p>
Deinotherium
<ol><li><p>Lebte vor 20–1 Mio. Jahren in Wäldern </p></li><li><p>Zwei nach unten und hinten gebogene Stoßzähne im Unterkiefer </p></li><li><p>Stoßzähne vermutlich zum Herunterziehen von Asten, Abschälen von Rinde oder Ausgraben von Wurzeln. </p></li></ol><p></p>
Tetralophodon
<ol><li><p>Lebte vor 11–5 Mio. Jahren in Wäldern und Savanne </p></li><li><p>Vier Stoßzähne: zwei oben, zwei im stark verlängerten Unterkiefer </p></li><li><p>Der Name „Vierkammzahn“ bezieht sich auf die Form der Backenzahne, die für das Zerkleinern von Pflanzen geeignet waren </p></li></ol><p> </p><p>Man merkt: <strong>Die Natur hat im Laufe der Zeit viel ausprobiert </strong>– und selbst bei so ähnlichen Tieren können ganz unterschiedliche Formen und Lebensweisen entstehen! </p>